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Im 9. Jh. Bereits begann auf der idyllischen Rheininsel
RHEINAU weit nördlich von Zürich ein Wirtschaftszweig zu blühen, der
bis in die heutigen Tage reiche Früchte trägt – der Weinbau. Federführend waren die Benediktinermönche im Kloster Rheinau. In den folgenden Jahrhunderten steigerten sie das Ansehen der Abtei beträchtlich. Selbstverständlich nicht nur in önologischer Hinsicht. Rheinau sollte sich zu einem führenden Kultur- und Bildungszentrum entwickeln. Der Zeitgeist kam den Weinbauinteressen des Ordens
entgegen. Gegen Ende des Mittelalters nämlich wendeten sich die Trinkgewohnheiten auch hierzulande zum Guten.
Der Wein verdrängte das
selbstgebraute, leicht verderbliche Bier und avancierte mehr und mehr zum
beliebten Durststiller. Die Urheber des Gesinnungswandels sind schnell
ausgemacht. Das Gebiet stand unter dem Einfluss der weinseligen Römer,
die schon lange erkannt hatten, dass der vergorene Saft aus Reben nicht
nur in kulinarischer, sondern auch in hygienischer Hinsicht das einig
akzeptable Getränk war. Dank grosszügiger Landschenkungen wurde der Rebbau des Klosters Rheinau zu einem gewichtigen Wirtschaftszweig. Kaum anzunehmen also, dass die Mönche von der Hand in den Mund lebten. In rund zehn Kellereigebäuden lagerten sie nebst den Tropfen aus den eigenen Lagen auch die Erträge aus dem „nassen" Zehnten, den sie in ihrem Einzugsgebiet zu erheben pflegten – und mit Erfolg verkauften. Rheinau entwickelte sich prächtig und genoss bis zur Reformation politische und rechtliche Souveränität.
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