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Jean Oudart
Der Benediktinermönch
Jean Oudart (1654-1742) arbeitete als Kellermeister in der Abtei Sain-Pierre aux
Monts de Châlons in der französischen Champagne.
Jean Oudart pflegte
einen Erfahrungsaustausch mit dem in der Nachbarschaft wirkenden Cellerar ( der
für die wirtschaftlichen Belange eines Klosters Zuständige)
„Dom“ Pierre Pérignon (1639-1715). Dieser arbeitete zu dieser Zeit in der
übergeordneten Abtei Saint-Pierre d’Hautvillers. Vorher wirkte Dom Pérignon in
der Benediktinerabtei Saint Vanne in Verdun.
Beide
Benediktinermönche versuchten das Herstellungsverfahren des Champagners zu
perfektionieren. Sie entwickelten die önologischen Verfahren
der damaligen Zeit weiter. So stellten sie fest, dass der Wein durch Verschnitt
verschiedener Traubensorten deutlich an Qualität gewann. Oudart war der erste,
der Liqueur de tirage (Fülldosage) einsetzte. Dom Pérignon und Frère Oudart
führten beide bei der Produktion des Schaumweins den Korken wieder ein, weil
dieser dem Druck besser stand hielt.
Louis
Oudart
Louis
Oudart wirkte vorerst als Weinbau-Wisenschaftler in Frankreich. Im 19.
Jahrhundert rief die Marchesa Giulietta Falletti den Önologen aus Savoyen zu
Hilfe. Er erhielt die Aufgabe aus dem üblichen, meist pappsüssen roten Getränk
aus den Nebbiolo-Trauben, einen modernen Rotwein zu machen. Mangelnde
Reinlichkeit und der Einsatz ungeeigneter Hefen waren die Ursachen dieser
eher bedenklichen Wein-Qualität.
Louis
Oudart schuf den König der Weine, den Barolo, einen vollständig trocken
ausgebauten langlebigen Wein. Der Barolo geniesst Kult-Charakter. Allerdings
versuchen heute junge Önologen, wie der Trendsetter Angelo Gaja, dem Barolo ein
neues Gesicht zu verleihen. Man möchte dem tanninbeladenen und in der Jugend
ziemlich spröden Wein mit Barrique-Ausbau und verkürzter Mazerationszeit des
Mosts auf der Maische den Weg in die Zukunft ebnen.
Später
wirkte Louis Oudart auch auf dem Weingut Castello di Neive, Barbaresco,
und bestätigte sein Erfolgskonzept erneut. Auch dieser Wein wird trocken ausgebaut. Unter der
Bezeichnung Barbaresco wurde er allerdings erst später bekannt.
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