Ernesto Pauli's

Weinlexikon

 

 

 

Most -

In der EU-Weinmarktordnung gibt es einen Unterschied in der Definition von Traubenmost und Traubensaft. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird unter Most der durch Pressen oder auch selbsttätiges Ablaufen gewonnene Saft verstanden, bei dem die Gärung noch nicht eingesetzt hat. Dank Zucker und anderen Nährstoffen ist er für Hefen und Bakterien ein guter Nährboden. Ohne Massnahmen (Pasteurisierung, Filtration) setzt sehr rasch die Gärung ein. Ein trüber Traubenmost während der Gärung ist stark mit Kohlendioxid angereichert und hat schon einen geringen Alkohol-Gehalt. Die Bezeichnung dafür ist Sauser (Deutschland, Schweiz), Brauser oder Bremser (Deutschland), Paradise (in Frankreich/Beaujolais) und Sturm (Österreich).

 

Der noch trübe Wein unmittelbar nach der Gärung wird in Deutschland Federweisser oder Bitzler, Prickler, Rauscher genannt, was von der Farbe abgeleitet ist. In Österreich ist er als Staubiger bekannt. Teilweise wird in Deutschland Bitzler auch für den noch gärenden Most verwendet.

 

Als Jungwein gilt ein Wein, dessen alkoholische Gärung noch nicht beendet und der noch nicht von der Hefe getrennt ist. Diese Bezeichnung wird aber auch für den "jungen Wein" des laufenden Jahrganges verwendet (in Österreich = Heuriger).

 

Most ist aber auch die umgangssprachliche Bezeichnung für einen fertig vergorenen Obstwein.




 

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