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Château d´Yquem
Das Château d'Yquem ist ein weltberühmtes Weingut in
der Appellation Sauternes im Bordeaux. Die Appellation Sauternes mit rund 1.700
Hektar Rebfläche bildet eine Insel im grösseren Bereich Graves südlich von
Bordeaux und besteht aus den fünf Gemeinden Bommes, Fargues-de-Langon, Preignac
und Sauternes. Hier werden schon seit vielen Jahrhunderten edelsüsse Weissweine
aus botrytisierten Trauben produziert. Im Jahre 1993 wurde feierlich das
400-jährige Bestehen des Weinguts gefeiert.
Bei der Bordeaux-Klassifizierung im Jahre 1855
erhielt das Château
d'Yquem als einziges das Prädikat ”Premier Cru Supérier” und ist damit das
höchstklassifizierte Weingut im Bordelais. Mit seiner goldenen Farbe, seiner
seidigen Struktur, seinem Safranbukett und seinem süssen Geschmack, übertrifft
der Yquem-Wein nach Meinung einiger Kenner sogar den Begriff "supérieur".
Das Schloss liegt auf einem kleinen Hügel und
überragt die umliegenden Weinberge von Sauternes. Es ist ein uraltes Gut mit
einer beachtlichen Geschichte. Von 1152 bis 1453 war es in Besitz der englischen
Krone. Der König war gleichzeitig auch "Duke of Aquitaine". Ab 1453 eroberten
die Südwestfranzosen ihre Region zurück und so gehörte das Château d'Yquem
danach dem französischen König Karl VII. (1403-1461). Etwa 150 Jahre später
pachtete ein Jacques de Sauvage das Weingut im Jahre 1593 und führte spezielle
Weinbaupraktiken ein. Deshalb wurde dieses Jahr als eigentliches Gründungsjahr
festgelegt. Die Familie Sauvage baute das heutige Schloss und weitete die
Rebfläche beinahe auf den heutigen Stand aus. Von Léon de Sauvage d'Yquem wurde
es dann im Jahre 1711 gekauft. Im Jahre 1785 heiratete der Comte Louis-Amédée de
Lur-Saluces die junge Francois-Josephine, die letzte Erbin der Familie Sauvage
d´Yquem, die als Mitgift Schloss,Weingut und dessen Namen einbrachte. Die
folgenden zweihundert Jahre blieb es immer in Besitz der Familie und wurde in
den 1990er-Jahren in eine Aktiengesellschaft (SA) umgewandelt. Zu Beginn des
ersten Weltkrieges
1914
wurde das Weingut in ein Spital umgewandelt. Seit 1999 sind 64% der Aktien in
Besitz der Gruppe LVMH (Louis Vuitton, Moet et Chandon, Hennessy). Comte
Alexandre de Lur-Saluces als letzter Nachkomme der Familie besitzt heute 10%
Anteile und führt als Direktor des Gutes einen Stab von über 60 Mitarbeitern..
Der spätere US-Präsident Thomas Jefferson (1743-1826) besuchte als Botschafter
in Frankreich im Jahre 1787 das Gut und liess danach 30 Flaschen nach Amerika an
seinen Freund George Washington (1732-1799) senden. Jefferson kannte den
Dessertwein in der heutigen Form sicher noch nicht, sondern er wurde damals noch
in der Art des „Y“ erzeugt. Das Archiv des Departements Gironde und auch
Unterlagen des Château d'Yquem zeigen auf, dass schon im Jahre 1593 eine späte
Lese und besondere "Weinbau-Praktiken" üblich waren.Tatsache ist jedenfalls,
dass der erste Jahrgang des Yquem, wie man ihn heute kennt, der 1847er war.
Grossfürst Konstantin, Bruder des russischen Zaren, probierte den Wein
1859 und brachte ihn nach Russland, wo er unter ”Yquem” zum Modegetränk jener
Zeit wurde. Auch Japan schloss sich diesem Trend an.
Die heutige Rebfläche von 113 Hektar auf sandigem Kies- und Lehmboden ist nur
mit zwei Rebsorten belegt. Zu 80% mit Sémillon und 20% mit Sauvignon Blanc.
Allerdings werden nur von etwa 100 Hektaren Trauben für die Weinproduktion
gelesen. Die Qualitätskriterien sind äußerst streng, so gab es in den Jahren
1964, 1972, 1974 und 1992 überhaupt keine Produktion.
Es werden keine Biozide verwendet und gedüngt wird
nur alle drei bis vier Jahre mit Pferdemist. Im Sommer werden die gegen Osten
liegenden Blätter der Traubenzone entfernt und die Beeren dem vollen Sonnenlicht
ausgesetzt.
Die Weinlese beginnt meist Mitte Oktober und zieht
sich oft bis in den Dezember hinein. Die Erntemenge ist auf maximal 9 hl/ha
begrenzt und liefert nur den Bruchteil einer normalen Weissweinlese. Aus einem
ganzen Rebstock wird oft nur ein Glas Wein gewonnen - bei normalem Wein etwa
eine Flasche.
Die einzelnen Tages-Erntemengen (Journée) werden jeweils einzeln vergoren. Die
Maische wird drei Mal gepresst und der Most anschliessend gemischt. Die Gärung
erfolgt bei 20 °Celsius und dauert zwei bis sechs Wochen. Jetzt enthält der Wein
13 bis 14% vol Alkohol und 80 bis 120 g/l Restzucker. Er wird ohne Klärung in
ganz neue Barrique-Fässer abgefüllt, die nur zu zwei Dritteln belegt werden.
Alle drei Monate wird abgestochen und umgefüllt, wobei die Fässer nie ganz
verspundet werden. Alle zwei Wochen wird der Schwund ausgeglichen. Es erfolgt
ein mehrmaliges Schönen, aber keine Filtration. Nach dreieinhalb bis vier Jahren
Ausbau erfolgt die Assemblage, wobei in der Regel 80% Sémillon und 20% Sauvignon
Blanc verwendet wird.
Als Jahrhundertweine gelten 1945, 1967 und 1989.
Seit 1959 wird zusätzlich ein trockener Weisswein
aus nicht edelfaulen Trauben je zur Hälfte Sémillon und Sauvignon Blanc
produziert, der den eigenwilligen Namen “Y” (französisch Ygrec = Ypsilon) trägt.
Geschmacksfülle und Alkohol-Gehalt sind ähnlich. Er ist aber wesentlich billiger
und hat nur eine ganz feine Spur Süsse.
Es gibt keinen Zweitwein.
Adresse:
F-33120 Langon, Sauternes, France
Phone: 33-5-57-980-707
Fax: 33-5-57-980-708
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