|
Hauptstadt: Wellington. Fläche 270'534 km2. Einwohner:
3,8 Mio. Neuseeland ist im Allgemeinen ein
Gebirgsland mit mehreren Ebenen. Zwei Drittel des Landes liegen etwa 200 bis 1
000 m über dem Meeresspiegel. Neuseeland hat über 220 Berge mit einer Höhe von
über 2 280 m.
Neuseeland liegt in der gemäßigten Zone. Das Klima ist im Allgemeinen mild, und
aufgrund der ozeanischen Prägung gibt es keine großen jahreszeitlich bedingten
Schwankungen. Am nördlichen Ende der Auckland-Halbinsel herrscht das wärmste
Klima, und am kältesten ist es an den Südwesthängen der Neuseeländischen
Alpen.Die Durchschnittstemperatur in Wellington schwankt zwischen 20 °C im
Januar und 5,5 °C im Juli. In Auckland liegen die durchschnittlichen Januar- und
Julitemperaturen bei 23 bzw. 8 °C.
Der englische Seefahrer James Cook (1728-1779) nahm im
Jahre 1769 das aus zwei Hauptinseln bestehende Land für England in Besitz. Vom
anglikanischen Missionar Samuel Marsden wurden im Jahre 1819 bei Kerikeri an der
Nordostküste der Nordinsel die ersten Rebstöcke gepflanzt, die er aus Australien
mitgebracht hatte. Als der damals noch unbekannte Charles Darwin (1809-1882) im
Jahre 1835 vom Schiff Beagle eben an dieser Stelle an Land ging, erblickte er
(wie er später schrieb) gesunde Rebstöcke. James Busby (1802-1871), der schon
den australischen Weinbau begründet hatte, legte nicht weit entfernt davon bei
Waitangi einen Weingarten an. Er erzeugte erste nennenswerte Wein-Mengen und
gilt als erster Produzent. Das Weinbaugebiet um Auckland wurde von Einwanderern
aus Dalmatien geschaffen, auch heute noch sind kroatische Familien ein fester
Bestandteil des neuseeländischen Weinbaus (solche waren auch die Gründer der
heute zu den größten neuseeländischen Weingütern zählenden zwei Betriebe Montana
und Nobilo). Im Jahre 1876 wurde der echte Mehltau und im Jahre 1895 die Reblaus
eingeschleppt. Besondere Verdienste im Kampf gegen das Insekt erwarb sich der
italienische Önologe Romeo Bragato. Als Maßnahme wurden vor allem
reblausresistente Hybriden angepflanzt, noch im Jahre 1960 war die häufigste
Rebsorte die rote Isabella (hier Albany Surprise genannt). Eine Volksabstimmung
über das Verkaufs-Verbot alkoholischer Getränke scheiterte 1919 knapp (siehe
auch unter Prohibition). Ab den 1960er-Jahren wurden dann europäische Sorten
forciert, besonders der Müller-Thurgau machte anfangs Furore und war längere
Zeit die häufigste Rebsorte Neuseelands.
Mit heute rund 13.000 Hektar Rebfläche und 602.000 Hektoliter Wein per anno ist
Neuseeland zwar immer noch ein kleines, aber aufstrebendes Weinbauland, denn
seit dem Jahre 1960 hat sich die Rebfläche verzwanzigfacht. Bis zu diesem Jahre
gab es auch sehr skurrile Gesetze, so durften zum Beispiel nur Hotels Wein
verkaufen und eine einzelne Person konnte maximal zwölf Flaschen erwerben. Es
war üblich, Wein mit Wasser zu verdünnen, was erst im Jahre 1980 verboten wurde.
Doch seitdem hat der neuseeländische Weinbau quantitativ, vor allem aber
qualitativ sehr großen Aufschwung genommen. Das Weinrecht lehnt sich an das
australische an. Bei Rebsortenangabe auf dem Etikett müssen zumindest 75% dieser
Sorte enthalten sein. Ein Appellations-System gibt es aber noch nicht. Durch die
unterschiedlichen Klima- und Boden-Bedingungen ergibt sich sinngemäß eine
Ursprungs-Bezeichnung. Der durchschnittliche Ertrag liegt mit 90 hl/ha sehr
hoch, es gibt aber keine Ertrags-Beschränkungen. Neuseeland ist das südlichste
Weinland der Welt. Die Rebflächen sind von Norden nach Süden auf einige Zentren
verstreut. Der fruchtbare Boden ist großteils vulkanischen Ursprungs. Es gibt
sehr ergiebige Niederschläge, auch im Sommer und Herbst. Klimatische
Unterschiede gibt es zwischen der wärmeren Nordinsel und der wärmeren Südinsel.
North Island (mit der neuseeländischen Hauptstadt Wellington) besteht aus den
Bereichen Auckland (überwiegend Rotwein), Bay of Plenty, Gisborne (Zentrum der
Cask-Wine-Produktion), Hawke´s Bay, Northland, Waiheke Island, Waikato und
Wairarapa (mit Zentrum Martinborough). South Island (Hauptort Christchurch)
besteht aus Marlborough (größter und wichtigster Bereich), Nelson, Canterbury
(um Christchurch) und Central-Otago (mit dem südlichsten Weingut der Welt Black
Ridge). Es herrschen die weissen Sorten Chardonnay (25%), Sauvignon Blanc (20%)
und Müller-Thurgau (10%) vor. Dann folgen Cabernet Sauvignon (8%), Merlot (6%),
Riesling (5%), Muscat (verschiedene Varietäten), Sémillon und Chenin Blanc. Zu
80% werden Weissweine erzeugt, die besten davon im Gebiet Marlborough, die von
dort kommenden Sauvignons Blancs haben den neuseeländischen Ruhm begründet. Ein
Großteil der Produktion ist allerdings Massenware, so genannter Cask Wine. Die
bedeutendsten bzw. größten Produzenten sind Ata Rangi (25 ha), Cloudy Bay (100
ha), C. J. Pask (45 ha), Corbans Wines (125 ha), Hunter´s Wines (25 ha), Isabel
Estate (52 ha), Kumeu River (26 ha), Martinborough Vineyard (12 ha), Montana
(2.100 ha), Nobilo, Palliser Estate (75 ha), Te Mata (50 ha), The Millton
Vineyard (20 ha), Trinity Hill (24 ha) und Villa Maria Estate (142 ha).
 
|