Toskana:

Chianti - Classico

 

 

Das zauberhaft schöne Land zwischen Florenz und Siena ist das Reich des Chianti - Classico. Es ist die DOGC für trockenen Rotwein in der italienischen Region Toskana.

Classico steht eine Stufe höher als der übrige Chianti. Er kommt aus der klassischen, bereits im Jahre 1716 von Grosserzog Cosimo III. (1642-1723) definierten Zone, die im Jahre 1932 erweitert wurde. Diese Expansion in den Norden wird von Puristen getadelt. Es handelt sich um die Gegend von Dudda und San Polo in den Monti del Chianti, westwärts über Strada und Mercatale bis San Casciano, Tavarnelle und Barberino. Dieser breite Bereich hat ein kühleres und feuchteres Klima als der historische Bereich und seine Weine haben somit ein anderes Gepräge.

Vor nicht allzu langer Zeit rutschte der Chianti in eine Krise und verlor Marktanteile. Doch der durch das Haus Antinori und dem Oenologen konzipierte Tiganello leitete den neuen Stiel des italienischen Rotweins , ausgebaut in kleinen Fässern aus französischer Eiche, ein. Anschliessend brachte Antinori den Solaia auf den Markt, in dem mehr Cabernet Sauvignon als Sangiovese enthalten ist. Andere folgten diesem Beispiel. Seit der Einführung der DOCG im Jahr 1984 stiegen Trauben- und Weinpreise an, der Chianti Classico war wieder am kommen. 2002 umfasste die DOGC Chianti-Classico rund 8.500 ha Rebfläche und war damit die grösste DOCG-Zone Italiens.

Zu Chianti-Classico zählen Gemeinden der Provinz Florenz: Barberino, Greve, San Casciano und Tavernelle (Provinz Florenz), Castellina (Provinz Chianti) sowie aus der Provinz Siena: Gaiole, Radda, Castelnuovo Berardenga und Poggibonsi.

Die typischen Chianti-Classico-Böden bestehen aus lockerem Galestro oder kalkreichem Alberese, die auch bei starkem Regenfall nicht zu feucht werden. Der Galestro gab auch einem inzwischen berühmten IGT-Weisswein den Namen.

Die Rebsorten-Mischung des Chianti-Classico ist heute beinahe gleich, wie beim „normalen“ Chianti. Bezüglich der anderen Bestimmungen gibt es höhere Vorgaben: maximaler Ertrag 75 hl/ha, Alkohol-Gehalt zumindest 12% vol und Fassausbau elf Monate, beim Riserva 12,5% vol und zwei Jahre und zwei Monate.

Als beste Lagen gelten die mittleren Höhenlagen südlich von Greve, nördlich von Radda und Castellina sowie von den Hängen, die sich von Gaiole nach Süden bis Castelnuovo in Richtung des Arbia-Tales erstrecken. Große und bekannte Produzenten sind unter anderem Antinori, Fonterutoli, Ricasoli und Ruffino. Das Markenzeichen des so genannten Consorzio (dem die meisten Produzenten angehören) ist ein schwarzer Hahn (Gallo nero), was auf eine Legende zurückgeht. Im Jahre 1999 produzierten die 572 Mitglieder rund 80% der Chianti-Classico-Menge.

Das Weingut "Castello di Ama" unter der Leitung von Silvano Formigli hat in der Classico-Zone eine Führungsrolle übernommen. Von 85 ha Rebfläche um den bekannten Weinort trifft der zuständige Oenologe seine Auswahl für exzellenten Chianti Riserva aus den Einzellagen Bellavista, La Casuccia und San Lorenzo. An vdt wird feiner Sauvignon, Pinot Grigio und Chardonnay unter der Bezeichnung "Colline di Ama" angeboten.

 

Vin Santo del Chianti Classico

Die Zone ist ident mit der DOCG Chianti Classico. Der Wein hat sehr ähnliche Herstellungs-Bedingungen wie der Vin Santo del Chianti, der Mindest-Alkohol-Gehalt liegt mit 17% vol leicht höher.