Toskana:

Carmignano

 

 

 

DOCG für trockenen Rotwein in der italienischen Region Toskana. Die 15 Kilometer nordwestlich von Florenz liegende Zone umfasst die zwei Gemeinden Carmignano und Poggio a Caiano an nördlichen Hängen des Monte Albano am Nordufer des Arno in der Provinz Prato. Ein Rotwein aus dieser Gegend war schon im 14. Jahrhundert berühmt und wurde damals als „schäumender Carmignano“ gepriesen bzw. als einer der angesehendsten und teuersten von Florenz bezeichnet. Durch den Großherzog Cosimo III. (1642-1723) aus dem Geschlecht der Medici erhielt dieser Wein im Jahre 1716 gesetzlichen Status und eine geschützte Ursprungs-Bezeichnung. Er wurde damals regelmäßig an das englische Königshaus in London geliefert. Bereits im 18. Jahrhundert wurde ihm der aus Frankreich eingeführte Cabernet Sauvignon (als Uva Francesca bezeichnet) beigemischt. Im Jahre 1975 wurde als erste DOC in der Toskana (lange vor dem Chianti) die Verwendung von Cabernet Sauvignon offiziell zugelassen. Im Jahre 1991 wurde die DOCG-Klassifikation erteilt.

Der Wein wird aus Sangiovese (zumindest 45-70%), Canaiolo Nero (10-20%), Cabernet Sauvignon und/oder Cabernet Franc (10-20%), den weißen Sorten Trebbiano Toscano, Canaiolo Bianco und Malvasia del Chianti (maximal 10%), sowie eventuell anderen zugelassenen roten Sorten (maximal 10%) verschnitten. Der Mindest-Alkohol-Gehalt beträgt 12,5% vol, als Mindest-Alterung sind 20 Monate vorgeschrieben, davon acht im Holzfass. Mit drei Jahren Lagerung (davon eines im Holzfass) darf er sich Riserva nennen. Das signifikante Merkmal des granatroten, samtigen Weines ist ein intensives Mandel-Bouquet. Er entfaltet sich nach frühestens fünf Jahren und ist bis 20 Jahre lagerfähig. Siehe auch unter Barco Reale di Carmignano