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Die berühmte Adelsfamilie in der Toskana
betreibt bereits seit 1141 Weinbau und zählt damit zu den ältesten Weingütern
der Welt. Die Ricasolis hatten über Jahrhunderte auch großen politischen
Einfluss. Baron Bettino Ricasoli (1809-1880) erbte um 1830 das vernachlässigte
Familiengut Castello di Brolio im Herzen des Gebietes Chianti-Classico und
begann in großem Stil, den Weinbau zu reformieren. Er bereiste Frankreich und
Deutschland, studierte dort intensiv den Weinbau und importierte zahlreiche
Rebsorten. Im Jahre 1861 wurde er Premierminister des neuen Königreiches Italien
und hatte den Beinamen "Eiserner Baron". Nach zahlreichen Versuchen kreierte er
um 1850 ein allgemein gültiges Rezept für den Chianti. In einem Brief aus dem
Jahre 1872 fasste Ricasoli das Ergebnis seiner jahrzehntelangen Experimente
zusammen. Er empfahl Sangiovese als Hauptrebsorte (75%, Bouquet und Kraft) und
zur Milderung Canailo Nero (15%). Die weiße Malvasia del Chianti wurde für jung
genussreife Weine als Zusatz vorgeschlagen, jedoch ausdrücklich für länger
lagerfähige Weine davon abgeraten. Die weiße Sorte Trebbiano wurde in seinem
Rezept nicht berücksichtigt, sondern kam erst später dazu (10%). Weiters waren
andere Rebsorten (5%) erlaubt. Das Chianti-Rezept hat sich seitdem aber
entscheidend geändert. Das Weingut war einige Jahre unter Kontrolle
internationaler Konzerne (z. B. Seagram), ist aber nun wieder in Besitz der
Familie.
Seit dem Jahre 1993 leitet Francesco Ricasoli das Gut mit dem Hauptsitz
"Castello di Brolio". Von rund 1.200 Hektar Landbesitz, die fast zur Gänze in
der Gemeinde Gaiole liegen, sind 230 Hektar Weingärten. Im Jahre 1994 wurde mit
der Erneuerung der Rebkulturen begonnen, heute beträgt die durchschnittliche
Dichte 5.500 bis 6.200 Rebstöcke pro Hektar. Auf mehr als 150 Hektar wird
Sangiovese kultiviert. Der Rest ist mit Cabernet Sauvignon, Canaiolo Nero,
Chardonnay, Malvasia del Chianti und Merlot bestockt. Der Hauptwein ist "Chianti-Classico
Castello di Brolio" aus Sangiovese, er wird 18 Monate in Barrique ausgebaut.
Weitere sind der "Chianti Classico Brolio" und "Riserva Rocca Guicciarda". Der
rote "Casalferro" wird aus Sangiovese und Merlot verschnitten. Der weiße "Torricella"
(aus Chardonnay) wird acht Monate in Barrique ausgebaut und der "Brolio Vinsanto"
(aus Malvasia del Chianti) heute noch nach alter Tradition gekeltert. Ein junger
Chianti namens "San Ripolo" wird unter dem Etikett "Barone Ricasoli" vermarktet.
Das "Castello di Cacchiano" mit rund 25 haRebfläche gehört Giovanni Ricasoli-Firidolfi (Cousin des Brolio-Zweiges). Das Schloss ist bereits seit dem
Jahre 1150 in Besitz der Familie. Hier wird ein Chianti-Classico "Castello di
Cacchiano" (90% Sangiovese, Canaiolo, Malvasia Nero, Colorino und Merlot)
produziert. Weitere große und bedeutende Weingüter in der Toskana sind Antinori,
Fonterutoli, Frescobaldi und Ruffino.
Hinweis: Wir haben die Beiträge nach bestem Wissen
erstellt. Sollten Sie dennoch in unseren Beschreibungen Fehler finden, danken
wir für jeden Hinweis.
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