Savoyen / Savoie -

und seine Weingebiete

 

 

Die kleine, an die Schweiz angrenzende Weinbau-Region (frz. Savoie) mit rund 1.800 Hektar Rebfläche liegt in den zwei Départements Savoie und Haute-Savoie im Osten Frankreichs. Schon die Römer kannten das Gebiet und Plinius der Ältere (23-79) beschrieb den harzigen Charakter der Weine. Die in viele kleine Bereiche mosaikartig zersplitterten, vor allem an den Ufern der Rhône liegenden Weingärten erstrecken sich in einer Länge von etwa 100 Kilometern vom Genfer See im Norden bis Chambéry (bekannt für Wermut) oberhalb von Grenoble im Süden. In der Nähe von Chambéry lebte von 1736 bis 1742 der französische Philosoph Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), der den Wein Savoyens überschwenglich pries. Der in der Nähe der Alpen liegende Bereich ist gebirgig und wasserreich mit mehreren Seen, der Lac du Bourget ist der größte Frankreichs. Von Anfang des 15. bis Mitte des 19. Jahrhundert war es ein eigenes Königreich, zu dem auch große Teile Oberitaliens wie die heutigen Regionen Piemont und Aosta-Tal zählten, ehe es im Jahre 1860 endgültig an Frankreich fiel.

Zu zwei Dritteln werden Weißweine produziert, vorwiegend aus den Rebsorten Jacquère (die häufigste), Altesse (Roussette), Bergeron (Roussanne), Chardonnay und Chasselas. Die Rotweine werden aus Mondeuse, Gamay und Pinot Noir gekeltert. Zum größten Teil werden die Weine sortenrein produziert. Die größten Appellationen sind die regionalen Vin de Savoie (mit Weiss- und Rotweinen aus verschiedenen Rebsorten) und die nach der Rebsorte benannte Roussette de Savoie. In den beiden ACs sind rund 20 Gemeinden als Crus klassifiziert, sie dürfen ihren Namen anfügen. Die Weine aus den Bereichen Crépy und Seyssel sind als eigene AC klassifiziert. Geringe Mengen an Schaumwein werden unter der Bezeichnung "Mousseux de Savoie" (Schaumwein) und "Pétillant de Savoie" (schwächer schäumender Perlwein) produziert. Westlich an Savoyen angrenzend (aber nicht mehr dazu zählend) liegt der VDQS-Bereich Bugey im Département Ain mit ähnlichen Weinen.