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Französische Republik. Hauptstadt: Paris, Fläche:
543'965 km2. Einwohner: 59,5 Mio.
Die physiographischen Hauptmerkmale von Frankreich
sind seine natürlichen Gebirgsgrenzen im Osten und Süden und der Wechsel von
Mittelgebirgen und ineinander übergehenden, flachwelligen Beckenlandschaften. Im
Zentrum liegt das Pariser Becken, das von vier alten Gebirgen umgeben ist: dem
Armorikanischen Gebirge im Westen, den Ardennen im Nordosten, den Vogesen im
Osten und dem Zentralplateau im Süden. Die Gebirgszüge im Osten, zu denen eine
Anzahl von Alpenketten, darunter der Montblanc – mit 4 808 m der höchste Berg
der Alpen –, und das Jura gehören, bilden die natürlichen Grenzen zu Italien und
zur Schweiz.
Das Zentralmassiv im Süden wird durch das Tal der Rhône von der östlichen
Hochlandregion getrennt. Aus nördlicher und westlicher Richtung erhebt es sich
sanft ansteigend aus der Ebene. Charakteristisch sind auf der Rumpffläche
aufsitzende Vulkane, wie z. B. der Puy de Dôme (1 465 m). Weitere Merkmale
bilden die stark erodierten Tafelländer aus Kalkgestein (Causses), südlich davon
einige Vulkane und noch weiter im Süden die Cevennen, ein Mittelgebirge, das
sich aus den Niederungen der Mittelmeerküste erhebt.
Die Ebenen, die den größten Teil des Gebiets von Frankreich ausmachen, sind
Ausläufer der Großen Europäischen Ebene. Abgesehen von einigen
Hügellandschaften, die sich hauptsächlich im westlichen Kernteil befinden,
bestehen sie aus sanft welligem Flachland. Sie machen den fruchtbarsten Teil von
Frankreich aus.
In Frankreich herrscht ein ozeanisch geprägtes, gemäßigtes Klima. Es gibt
jedoch regionale Abweichungen, wie z. B. in der Küstenregion des Mittelmeers, wo
mediterrane Bedingungen vorherrschen, und im Zentralmassiv und der östlichen
Gebirgsregion, wo das Klima durch die Höhe und die Entfernung zum Meer stärkeren
Temperaturschwankungen unterliegt. Die Temperaturen entlang der Atlantikküste
(Bucht von Biscaya) werden von Meeresströmungen und den starken Südwestwinden
konstant gehalten. Im Landesinneren, insbesondere im Nordosten, sind kalte
Winter und heiße Sommer die Regel. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt in
Nizza etwa 14 °C, in Paris 10 °C und in Nancy 9 °C.
Der
französische Wein gilt weltweit als etwas ganz Aussergewöhnliches und als
Ausdruck kultureller Vollkommenheit.
Die ersten Reben kamen schon 500 Jahre vor Christi durch die Griechen nach
Frankreich. Die Römer sorgten dann für eine systematische Verbreitung, ab Beginn
der christlichen Zeitrechnung im Rhônetal, im 2. Jahrhundert in Burgund und
Bordeaux und im 3. Jahrhundert an der Loire. Der römische Kaiser Marcus Aurelius
Probus (232-282) hob das Verbot von Kaiser Domitian (51-96) auf und befahl Mitte
des 3. Jahrhunderts die Anpflanzung von Reben in ganz Gallien. Der König der
Franken und spätere Kaiser Karl der Grosse hat durch seine Verordnungen
entscheidende Impulse für den Weinbau im heutigen Frankreich gegeben. Im Kloster Cîteaux im Burgund wurde im Jahre 1098 der katholische Orden der
Zisterzienser
gegründet, der sich rasch über ganz Europa ausbreitete. Die Mönche
perfektionierten den Weinbau hinsichtlich Bodentyp-Auswahl, Rebsorten-Selektion
und Weinherstellung, was sich nicht nur auf Frankreich, sondern in ganz Europa
auswirkte. Aber ebenso Bedeutendes für den Weinbau leistete der Orden der
Benediktiner, deren berühmtestes Mitglied wohl Dom Pierre Pérignon war, der
"Erfinder" des kunstvollen Verschneidens von Weinen, der Assemblage (siehe auch
unter Cuvée). Erwähnenswert ist auch, dass der Wein im französischen
Revolutions-Kalender berücksichtigt wurde, der Monat September erhielt den Namen
Vendèmiaire (Weinmonat).
Frankreich war der Ausgangspunkt der grössten Weinbau-Katastrophe, als ab den
1860er-Jahren die Reblaus und der Mehltau ihren Vernichtungs-Feldzug über ganz
Europa starteten. Besonders Frankreich war stark betroffen, über drei Fünftel
(700.000 ha) der Rebflächen wurden zerstört. Zum gleichen Zeitpunkt aber setzten
die "Goldenen Jahre des Bordeaux" ein Zeichen für einen Neubeginn, als man im Médoc in grossem Stil Weingärten anlegte. In Frankreich wurde frühzeitig erkannt,
dass auf einem bestimmten Boden, unter Einfluss des dort herrschenden Klimas und
bestimmter Rebsorten ein Wein mit unverwechselbarer, eindeutiger Charakteristik
entsteht. Die Anfänge machten bereits die Zisterzienser. Im ersten Drittel des
20. Jahrhunderts wurde dafür der Begriff Terroir
geprägt. Der Besitzer des
Château Fortia Baron Le Roy de Boiseaumarié (1890-1967) beschrieb 1923 die
idealen 13 Rebsorten für den Châteauneuf-du-Pape auf Grund des dort typischen
Bodens und Klimas in einem von ihm definierten und abgegrenzten Gebiet. Einen
weiteren Impuls gab der Landwirtschafts-Professor Joseph Capus (1868-1947), der
gemeinsam mit dem Baron als Pate und Initiator des Appellations-Gesetzes für
Wein und der im Jahre 1935 gegründeten Vorläufer-Organisation der INAO (Institut
National des Appelations d´Origine) gilt, des zentralen Institutes für den
Weinbau in Frankreich.
Bezüglich der Mischung von Rebsorten herrschen in Frankreich sehr
unterschiedliche Philosophien, Meinungen bzw. Stilrichtungen vor. Im Süden und
Südwesten - vor allem im Bordeaux - werden speziell die Rotweine aus mehreren
Sorten gemischt, das sind die klassischen Cuvées (siehe dazu auch unter
Bordeaux-Verschnitt). In den nördlicheren Gebieten hingegen (Chablis, Elsass,
Loire, Savoyen und vor allem im Burgund) werden die Weine nur aus einer Rebsorte
und häufig auch aus nur einer einzigen Lage gekeltert. Die Gesamt-Rebfläche im
Jahre 2000 betrug 917.000 Hektar, womit Frankreich gemeinsam mit Spanien und
Italien im weltweiten Spitzenfeld liegt. Rund 60% der Rebflächen entfallen auf
rote und 40% auf weiße Rebsorten.
Die
dominierenden zehn Rebsorten sind:
* Carignan (rot) mit 165.000 ha
* Trebbiano = Ugni Blanc (weiss) mit 101.000 ha
* Grenache (rot) mit 82.000 ha
* Merlot (rot) mit 55.000 ha
* Syrah (rot) mit 54.000 ha
* Cinsaut (rot) mit 46.000 ha
* Aramon (rot) mit 37.000 ha
* Gamay (rot) 36.000 ha
* Cabernet Sauvignon (rot) mit 35.000 ha
* Chardonnay (weiss) mit 18.000 ha
Im Jahre 2000 wurden insgesamt knapp 58 Millionen Hektoliter Wein produziert,
was weltweit den ersten Platz ergibt (aber Frankreich wechselt sich dabei fast
jährlich mit Italien ab). Das Land ist verwaltungsmäßig in insgesamt 95
Départements unterteilt, die sich in Kreise (Arrondissements) und Kantone
aufteilen. Die Weinbaugebiete sind ziemlich gleichmäßig über drei Viertel der
Oberfläche verteilt. Unter dem Schutz und Aufsicht der INAO erfolgte eine
Einteilung in derzeit über 400 Appellationen.
Die
Regionen sind:
* Armagnac mit 12.000 ha
* Bordeaux mit 113.000 ha
* Burgund mit 40.000 ha
* Champagne mit 34.000 ha
* Cognac mit 75.000 ha
* Elsass mit 14.000 ha
* Jura 1.500 ha
* Languedoc-Roussillon mit 400.000 ha
* Loire mit 53.000 ha
* Lothringen mit 200 ha
* Provence mit 25.000 ha
* Rhone mit 50.000 ha
* Savoyen mit 1.800 ha
* Südwest-Frankreich mit 160.000 ha
In Frankreich bestanden schon gegen Ende des ersten Jahrtausends strenge
Weingesetze und als erstes Land hat es seine Weinbaugebiete in exakten Karten
erfasst. Dies geschah durch Festlegen von gesetzlich gültigen Gebieten und
Grenzen, mit deren Hilfe die Qualität eines Weines klar abgeleitet werden kann.
Sie ist dadurch definiert, aus welcher "Appellation" er stammt. Je besser ein
Wein, desto genauer die Bestimmungen. Das besondere System der "kontrollierten
Herkunft" ist unter AC = Appellation Contrôlée beschrieben. Die Einteilung
umfasst folgende Qualitätsstufen:
Vin de table: Niedrigste französische Qualitätsstufe für den einfachen
Wein, der dem deutschen bzw. österreichischen "Tafelwein" oder dem italienischen
"Vino da tavola" entspricht. Er kann durchaus aus einer klassifizierten Region
stammen, erfüllt aber die Normen der Appellation nicht (Höchstertrag,
Mindestalkoholgehalt, Sorte), oderkann aber auch eine Mischung von Weinen aus
ganz Frankreich sein.
Vin de pays: Entspricht dem österreichischen bzw. deutschen "Landwein"
oder dem italienischen "IGT" und stellt die Elite der Tafelweine dar. Die dafür
geltenden Regeln wurden 1979 festgelegt, sie sind etwas weniger streng als für
die Stufe VDQS und per Gebiet unterschiedlich. Der Wein muss aus einem fest
umgrenzten Gebiet stammen und darf nicht mit gebietsfremden verschnitten werden.
Dabei sind die zulässigen Traubensorten, der Höchstertrag von 70 bis 90 hl/ha,
ein Mindest-Alkohol-Gehalt zwischen 9 und 11% vol sowie der zulässige
Schwefel-Gehalt definiert. Sowohl Säure- als auch Alkohol-Gehalt werden
kontrolliert. Es gibt drei Gruppen:
Regionale (4), die sich über mehrere Départements erstrecken: Vin de pays d´Oc (Languedoc
- die größte Menge), Vin de pays du Jardin de la France (Loire), Vin de pays du
Comté Tolosan (größter Teil Südwest-Frankreichs) und Vin de pays des Comtés
Rhodaniens (Ardèche, Beaujolais, Jura, Savoyen, nördliche Rhône). Départementale
(entsprechen einem der 40 Départements) sowie rund 100 lokale bzw. zonale mit
einer variablen Größe von einer einzigen Gemeinde bis zu mehreren Bezirken (zum
Beispiel umfasst "Vin de pays des Coteaux Charitois" nur wenige Hektar).
Rund 85% von kommen aus dem riesigen Bereich Midi. Der Gesamtanteil an der
französischen Wein-Produktion beträgt etwa 20%. Zu 70% werden Rot-, zu 20% Rosé-
und zu 10% Weiß-Weine produziert. Auf dem Etikett scheinen auch Rebsortennamen
auf. Die Bezeichnungen Château oder Clos sind verboten. Diese zumeist frischen,
fruchtigen und vollmundigen Weine werden zumeist jung getrunken.
VDQS = Vins Délimités de Qualité Supérieure: Diese Weine erreichen oft
das Niveau der höchsten Klasse AC bzw. AOC, gelten teilweise als Vorstufe dazu
oder sind diesen gleichgestellt. Sie sind denselben strengen Bestimmungen
unterworfen. Es gibt allerdings keine wie bei den AC-Weinen üblichen weiteren
Klassifizierungen (Cru). Solche Weine stammen aus einer bestimmten Region mit
garantierter Ursprungsbezeichnung und sind ausschließlich aus erlaubten
Rebsorten mit festgesetztem Ernteertrag gekeltert; auch der Alkohol-Gehalt ist
vorgeschrieben.
AOC oder AC = Appellation d´Origine Contrôlée: Die höchste französische
Qualitätsstufe legt Herkunftsgebiet, Rebsorten und Herstellungs-Methode exakt
fest. Die Bezeichnung auf dem Flaschen-Etikett kann für eine ganze Region (z. B.
Bordeaux), für eine Gemeinde (z. B. Sauternes), einen Rebberg (z. B. Le
Montrachet) oder aber auch für einen bestimmten Weintyp (z. B. für den
Schaumwein Crémant de Bourgogne) vergeben werden. Innerhalb der AC-Klassen gibt
es weitere, aber nicht amtliche Qualitäts-Begriffe. Diese sind je nach
Weinbau-Region unterschiedlich in Bezeichnung und Stufung.
Mehr über Mouton-Rothschild hier..
Mehr über Lafite-Rothschild hier..
 
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