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Schweinefleisch braucht im Gegensatz zu Rindfleisch nur eine kurze Reifezeit und
muss nicht abhängen.
Die besten Stücke vom Schwein sind:
* Koteletts gehören zu den beliebtesten Teilstücken. Sie werden als ganzer
Braten, als Stiel- oder Filetkoteletts geschnitten.
* Nuss oder Maus ist eins der vier Teilstücke, in die der Schinken zerlegt wird.
Sie ergibt ganz köstliche Braten oder saftige Rouladen.
* Unterschale ist ebenfalls ein teil der Keule (Schinken). Man bereitet daraus
gerne Braten mit knuspriger Schwartenkruste.
* Oberschale aus der Keule wird meistens zu Schnitzeln aufgeschnitten. Man kann
sie jedoch auch im Ganzen braten.
* Schweinehals oder Kamm wird gepökelt und leicht geräuchert als Nackenkassler
angeboten und dann gekocht oder geschmort.
* Vorderhaxe wird meist gepökelt (Eisbein im Norden, Surhaxe im Süden), die
Hinterhaxe oder Schinkeneisbein gern gegrillt.
* Filet oder Lende liegt als feinstes Stück an der Unterseite des hinteren
Kotelettenstrangs. Es wird gebraten, gegrillt, geschmort.
* Nacken, Hals oder Kamm ist der durchwachsene vordere Teil des
Kotelettenstrangs. Er gibt herzhaft (Grill-) Steaks und Braten.
* Schulter, Bug oder Blatt wird teils wie gewachsen, teils ausgelöst und ohne
Schwarte angeboten. Sehr gut für Braten und Gulasch.
* Hüfte oder Schinkenspeckstück ist das vierte Teilstück der Keule. Man kann es
kochen, braten, schmoren und grillen.
* Dicke Rippe oder Brust gibt eine köstliche Einlage für Eintöpfe und ist -als
gefüllte Schweinebrust- ein köstlicher Sonntagsbraten.
Terminologie - Was sich hinter dem Oberbegriff Schwein verbirgt
· Ferkel: Jungtiere, die noch gesäugt werden nennt man Ferkel
· Spanferkel: Die Tiere, die in einem maximalen Alter von 6 Wochen geschlachtet
werden nennt man Spanferkel.
· Läufer: Läufer werden auch Überläufer genannt und sind nicht mehr saugende
Jungtiere.
· Sauen: Weibliche Tiere die schon Nachwuchs hatten werden Sauen genannt
· Bork: Borke werden auch Kunze oder Barch genannt und sind männliche Tiere, die
im Alter von 3 bis 4 Wochen kastriert worden sind.
· Eber: Eber, die auch Hauer oder Bären genannt werden sind männliche,
nichtkastrierte Tiere. Sie werden zur Zucht verwendet.
· Altschneider: Wenn ein Eber geschlachtet werden soll, wird er mindestens acht
Wochen vor dem Schlachttermin kastriert. Diese Tiere heißen Altschneider. Durch
das Kastrieren verringert sich der sonst sehr unangenehme Geschmack des
Fleischs.
Schweinemast
Bei der Schweinemast werden unterschiedliche Richtungen verfolgt. Die beiden
großen und wichtigsten Hauptrichtungen sind die extensive- und die intensive
Schweinemast. Während die extensive Mastmethode nach den Vorstellungen der
biologischen Landwirtschaft vorrangig auf eine tiergerechte Haltung achtet,
werden die Tiere bei der intensiven Schweinemast vor allem nach wirtschaftlichen
Gesichtspunkten gehalten.
Extensivmast
Die extensive Schweinemast verfolgt die Richtlinien der biologischen
Ladwirtschaft und versucht den natürlichen Bedürfnissen der Tiere gerecht zu
werden. Dazu haben die Tiere Idealerweise genügend Auslauf und können sich
Suhlen und Graben. Teilweise gibt man den Tieren sogar die Möglichkeit ihr
Futter selbst zu suchen. Diese uneingeschränkt artgerechte Tierhaltung ist
allerdings nur im warmen sülichen Ländern möglich. In Mitteleuropa
beispielsweise muss man den Tieren wenigstens einen Platz bieten, an denen die
Schweine sich vor Kälte und Nässe schützen können.
Für Tiere, die in Ställen gehalten werden wird Stroh in den Stall
eingestreut. Im Stroh können die Tiere mit der Nase wühlen und an den
Strohhalmen können die Tiere kauen. Dies ist wichtig damit die Tiere ihrem
ausgeprägten "Spieltrieb" nachgehen können. Haben die Tiere keine Möglichkeit
sich zu beschäftigen, kann es durchaus sein, dass sie sich gegenseitig an den
Ohren oder am Schwanz anfressen.
Das Fleisch dieser Tiere besitzt einen hohen Anteil an intramuskulärem Fett und
ist schön gleichmäßig marmoriert. Das Fleisch von Schweinen aus der extensiven
Tierhaltung ist schmackhafter als vergleichbares aus der intensiven Tierhaltung,
behaupten viele Feinschmecker.
Intensivmast
Die intensive Tierhaltung ist in Deutschland wegen der hohen Nachfrage von
Schweinefleisch eher die Regel als die Ausnahme. Die Tiere aus intensiv
betriebenen Höfen werden in Ställen gehalten. Dabei ist durch die
Schweineverordnung genau festgelegt wie viel Platz (0,65 qm) jedem Tier zur
Verfügung steht. Meist leben acht bis zwölf Schweine zusammen in einer "Bucht".
Aus hygienischen Gründen erhalten die Tiere kein Heu eingestreut und stehen auf
einem sogenannten Spaltboden, durch den die Exkremente der Tiere in ein
Auffangbecken fallen können. Dies hat den Vorteil, dass der Stall ohne großen
Personalaufwand schnell sauber gemacht werden kann.
Durch eine gezielte Zufütterung von Kraftfutter erreichen die Tiere schon nach
etwa 200 Tagen ein Schlachtgewicht von 80 bis 120 Kilogramm. Damit sich die
Tiere keine dicke Speckschicht anfressen wird die Futterzufuhr gegen Ende der
Mastzeit gedrosselt. Auch die Umgebungstemperatur im Stall beeinflusst die
Bildung der Fettschicht, so wird die Stalltemperatur auf konstant 20°C gehalten,
damit die Tiere eine möglichst dünne Fettschicht ansetzen.
Fleischqualität
Die Qualität von Schweinefleisch wird nicht alleine durch die Art der
Tierhaltung beeinflusst, sondern auch durch Stresssituationen beispielsweise
beim Transport, beim Be- und Entladen der Tiere und vor der Schlachtung. Dabei
schütten die Tiere vermehrt Enzyme und Stoffwechselprodukte aus. Im Extremfall
kann allein der Transport für die Tiere eine so hohe Belastung sein, dass sie
sterben. Oft führt Stress aber "nur" zu dem sogenannten PSE-Fleisch (Pale Soft
Exudative-Qualität). Das Fleisch ist hell und hat einen niedrigen pH-Wert. Dies
bewirkt, dass es sich beim Braten zusammenzieht und der Fleischsaft aus dem
Fleisch austritt. Dieses Fleisch ist meist zäh und trocken.
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