Perlhuhn  

 

 

 

Das Perlhuhn bildet aus zoologischer Sicht eine eigenständige Unterfamilie (zool.: Numididae) innerhalb der Familie der Hühnervögel (zool.: Galliformes). Die Stammform des heutigen Haus-Perlhuhns ist das Helm-Perlhuhn (zool.: Numida meleagris).

Das Perlhuhn stammt ursprünglich aus Afrika, wo es heute noch in freier Wildbahn anzutreffen ist. Erste Domestizierungsversuche des Perlhuhns waren wahrscheinlich bereits im alten Griechenland erfolgreich. Über Rom gelangte das Perlhuhn nach Frankreich und verbreitete sich schnell über die Europäischen Staaten mit gemäßigten klimatischen Bedingungen. Mit der Eroberung Amerikas gelangte auch das Perlhuhn in die Neue Welt. Heute ist allen voran Frankreich, mit rund 50 Millionen Perlhühnern pro Jahr, der weltgrößte Perlhuhnproduzent. Als bedeutendes Erzeuger- und Exportland von Perlhühnern ist auch Italien zu nennen.

Perlhühner haben einen rundlichen Körperbau. Ihre Flügel sind kurz und das Gefieder ist glatt und anliegend. Die kleinen weißen Tupfen des Gefieders erinnert an weisse Perlen.

Zucht

Jede Zuchthenne legt durchschnittlich 170 Eier pro Jahr. Die jungen Küken der Perlhühner aus der Intensivmast bereits werden nach etwa sechs Wochen geschlachtet und wiegen ca. 600 g. Sie gelten als Ersatz für Rebhühner und werden als Portionstiere angeboten.

Insgesamt werden Perlhühner in zwei Qualitätsstufen angeboten. Die Standard-Perlhühner werden im Alter von 10 bis 12 Wochen bei einem Lebendgewicht von 1,6 kg geschlachtet. Ausgewachsen können Perlhühner durchaus 2 kg wiegen. Die Aufzucht erfolgt in speziellen Ställen mit Stroh- oder Holzspaneinstreu. Perlhühner aus bäuerlicher Aufzucht umfassen sowohl Perlhühner mit kontrollierter Herkunftsbezeichnung aus der Drôme sowie Tiere mit dem Gütezeichen Label Rouge. Bei der Aufzucht und Mast der Tiere, die mit dem Label Rouge ausgezeichnet werden, müssen strenge Qualitätsmaßstäbe beachtet werden.

Perlhühner werden erst geschlachtet, wenn die Tiere ausgewachsen sind. Die längere Zuchtdauer, das hochwertiges Futter sowie eine geringe Tierdichte erklären den höheren Preis für Tiere die das Label Rouge erhalten haben. Diese Tiere müssen ein Mindestalter von 94 Tagen haben und ca. 1,8 kg wiegen. Zudem ist hier die Freilandhaltung auf kräuterreichen Weiden vorgeschrieben. Dadurch wird das Fleisch noch schmackhafter. Gegen Ende der Mastzeit bekommen Perlhühner Mais zugefüttert.

Inhaltsstoffe

Besonders hervorzuheben ist der außerordentlich geringe Anteil an Fett. Das Fleisch der Keule hat nur 2,7 Prozent und das Brustfleisch 1,1 Prozent Fett. Damit ist es das Hausgeflügel mit dem geringsten Fettgehalt überhaupt. Zudem verfügt es über einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren und einen extrem niedrigen Cholesterin-Gehalt. Es enthält mehr Eiweiß als etwa Hühner- oder Rinderfleisch. Erwähnenswert ist der Gehalt an Vitaminen (B1, B2, E) sowie ein hoher Anteil der Mineralstoffe Magnesium, Kalzium und Eisen.

Zubereitung

Perlhuhn ist das ganze Jahr über erhältlich. Meist stammt es aus Frankreich oder aus Italien. Das dunkle Fleisch ist saftig und zart. Es erinnert an den Geschmack von Fasan. Darum lassen sich nahezu alle Rezepte vom Fasan auf junge Perlhühner übertragen.

Tipp: Um ältere Perlhühner braten zu können, legt man diese (am besten bridiert) ein bis zwei Tage in Buttermilch ein.