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KOCHLEXIKON

 

LAUCH,

PORREE, POIREAU


 

 

 

 

Auch wenn man es nicht auf den ersten Blick sieht: Der Lauch (allium porrum) gehört wie Zwiebeln, Knoblauch und die Spargel zu der botanischen Familie der Liliengewächse (Liliaceae).

Schon im Altertum wurde der Lauch in seiner Urform, als Ackerknoblauch kultiviert. Er stammt vermutlich aus Vorderasien. Heute wird er in ganz Europa angebaut.

Der römische Gelehrte Plinius berichtet, Kaiser Nero habe regelmässig einmal im Monat einen Porreetag gemacht, weil er glaubte, seine Stimme würde dadurch noch wohltönender. Kaiser Nero hatte nämlich den Ehrgeiz, der grösste Sänger aller Zeiten zu werden. Im Mittelalter betrachtete man die weissen Stangen eher mit Misstrauen. Die Ärzte verschrieben ihn zwar gegen Husten oder Wassersucht, warnten aber gleichzeitig vor angeblichen Blähungen bis zu Magenschmerzen und Sehstörungen.

Man unterscheidet je nach Erntezeit zwischen Sommer-, Herbst- und Winterlauch, was für den Verbraucher vor allem an der Blattfarbe deutlich wird. Sommerlauch zeigt sich in hellgrünem, Herbstlauch in mittel- bis dunkelgrünem und Winterlauch in blaugrünem Laub. Je dunkler die Blätter, desto würziger das Aroma. Qualitätsmerkmale sind lange und feste Porreestangen mit weissem Schaft ohne Zwiebelbildung. Der helle Schaft entsteht durch Bleichen. Die Pflanzen werden dazu in schmale, bis zu 20cm tiefe Furchen gesetzt und während des Wachstums nach und nach mit Erde zugedeckt.

Lauch enthält aromatische, ätherische Öle, die vor allem beim Winterlauch so scharf sein können, dass sie beim Verarbeiten Augentränen hervorrufen können. So wie das bei der Speisezwiebel bekannt ist. Tipp: Beim Schneiden ein Schluck Wasser im Mund behalten, das kann, laut einer Volksweisheit die Reizung der Augen verhindern.

 

Vor- und Zubereiten

Wurzel abschneiden, Stengel der Länge nach halbieren, unter fliessendem Wasser auseinanderblätternd gut spülen, immer erst vor der Zubereitung in Ringe oder Stücke schneiden.

Lauch im Gemüsefach aufbewahren. Die Lagerdauer sollte bei gekaufter Ware eine Woche nicht überschreiten. Optimal ist die Lagerung in einem perforierten Kunststoffbeutel. Ungewaschen und an einem kühlen, feuchten Ort (90-95 % rel. Luftfeuchtigkeit) lässt er sich bis zu 4 Wochen lagern. Lauch lässt sich auch einfrieren. Man sollte ihn aber danach tiefgekühlt weiter verwenden, weil sich durch das Auftauen Textur und Geschmack negativ verändern. Vor dem Einfrieren den Lauch deshalb möglichst in Streifen schneiden und kurz blanchieren. Dadurch behält er seine Farbe besser und ist bis zu 8 Monaten in der Tiefkühltruhe haltbar.

Der weisse Teil des Lauchs ist eher mild und zart im Geschmack und eignet sich bestens als Gemüse. Die grünen Blätter sollte man aber nicht wegschmeissen, denn sie sind sehr nährstoffreich und eignen sich aufgrund des kräftigen, würzig-strengen Geschmacks für Suppen und als Gewürz. Für das Suppengrün braucht man aber nicht immer eine ganze Stange Lauch. Kleine Portionsgrössen tiefgefrieren und man hat für die Suppe immer schon etwas fertig geputzten Lauch in der Tiefkühltruhe.

Frühlauch schmeckt auch roh als Salat, spätere Sorten dämpfen, in Butter oder Olivenöl dünsten oder als Suppe zubereiten. Den Westschweizern sind zwei Lauchspezialitäten zu verdanken: Saucisson mit Lauch-Kartoffelgericht (Papet vaudois) und Lauch an einer Vinaigrette. Er ist neben Huhn ein Bestandteil des schottischen Nationalgerichtes "Cock-a-leeki". Lauch ist auch zu Fisch, im Risotto oder in Omeletten delikat. Bleichlauch schmeckt als "Spargel des armen Mannes" mit verschiedenen Dips köstlich. Für Magenempfindliche: Lauch zusammen mit Kartoffeln oder Brot geniessen.

1913 wurde der Lauch eigentlich richtig gesellschaftsfähig, als der französische Koch Louis Diat die Vichyssoise - eine kalte Suppe aus Kartoffeln und Lauch - erfand und damit in New Yorks Gesellschaft grossen Erfolg hatte.

 

Nährwert und Gesundheit:

Lauch liefert 25 kcal/100 g und 2 g Ballaststoffe/100 g. Er ist reich an Mineralstoffen und Senfölen, B-Vitaminen sowie an Vitamin C und Nahrungsfasern. Besonders Bemerkenswert ist auch sein Gehalt an Folsäure. Lauch wirkt abführend, harntreibend und wird auch zur Unterstützung von Behandlungen bei Arthrosen empfohlen.
 


 

Hinweis: Wir haben die Beiträge nach bestem Wissen erstellt. Sollten Sie dennoch in unseren Beschreibungen Fehler finden, danken wir für jeden Hinweis.

 

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