|
Herkunft
Die
Kichererbse, auch Venuskicher, im Englischen Chickpea genannt, ist eine
einjährige, krautige Pflanze mit kräftiger Pfahlwurzel. Der aufrecht stehende,
vierkantige Stengel wird 30 bis 60 bis 100 cm hoch und ist je nach Standort mehr
oder weniger verzweigt. Die unpaarig gefiederten Laubblätter werden 5 bis 10 mm
lang, länger als die Internodien des Stengels, sie tragen ein Endblättchen.
Ihre Heimat ist Vorder- und Südwestasien, wo sie bereits um 7000 v. Chr.
verzehrt wurde. Der römische Dichter Plinius erläuterte schon die Vorzüge der
Kichererbse in seinem 18. Buch und es ist bekannt, dass die Kaufleute aus
Pompeji in Amphoren konservierte Kichererbsen in alle römisch besetzten Gebiete
exportierten. Die Früchte der Kichererbse reifen in runden Hülsen an dem
tiefwurzelnden, ca. 45 cm hohen Strauch. Im mittleren Osten und Indien sind sie
ein Grundnahrungsmittel und dort werden sie auch hauptsächlich angebaut.
Inzwischen kultiviert man sie auch in einigen Gegenden Süddeutschlands.
Ihren deutschen Namen hat die Hülsenfrucht
hanseatischen Kaufleuten zu verdanken; als sie die Frucht zum ersten mal in den
Händen hielten, wurde diese von allen Seiten gründlich inspiziert. Zu ihrem
großen Vergnügen entdeckten die humorvollen Erbsenimporteure auf den ihnen
bisher unbekannten Erbsen lachende Fratzen: Eine zipfelartig vorstehende
Keimwurzel, die Nase, und darunter liegend eine leicht gekrümmte Kerbe, das
kichernde Mundwerk. Also wurde die neue Frucht "Kichererbse" getauft.
Geschmack und Sorten
Kichererbsen haben einen köstlich nussigen Geschmack und die Farbskala dieser
Hülsenfrüchte reicht von Gelb bis Rot oder Schwarz. Die verbreitetste Sorte ist
eine gelblich-beige von der Größe und Form einer Haselnuss, die andere ist
bräunlich, von unregelmäßiger Form und etwas kleiner und eckiger. Sie wird als
orientalische Kichererbse bezeichnet. Eigentlich sollte jeder gut sortierte
Supermarkt die getrockneten Früchte führen, auf jeden Fall sind sie in jedem
türkischen oder asiatischen Spezialladen zu finden. Kichererbsen gibt es aus
kontrolliert biologischem Anbau, ohne Pestizide und künstlichen Dünger. Die
äußerst wohlschmeckenden Kichererbsen gibt es auch in Dosen zu kaufen, sie
erreichen jedoch bei weitem nicht das Aroma, die Frische und die Konsistenz von
getrockneten Kichererbsen. Kichererbsenmehl wird vor allem in der indischen
Küche verwendet.
Gesundheit
Wie alle Hülsenfrüchte sind die Kichererbsen besonders reich an Eiweiß und
komplexen
Kohlenhydraten, die langsam ins Blut übergehen und deshalb besser
sättigen. Sie enthalten einen hohen Anteil an Ballaststoffen. Nahrungsmittel mit
löslichen Ballaststoffen sollten besonders bei erhöhten Cholesterinwerten
vermehrt verzehrt werden, da sie überschüssiges Cholesterin im Darm binden
können. Die Kichererbsen enthalten viel Kalium, Magnesium, Phosphor und Eisen
und an "Extras" findet man in der Kichererbse noch Phytöstrogene, eine Art
pflanzlicher Sexualhormone. Diese können bei reichlicher Aufnahme
Wechseljahrbeschwerden bei Frauen verbessern. Kichererbsen gehören zu den
Hülsenfrüchten, die am wenigsten Blähungen verursachen, so dass sie auch für
"empfindliche" Magen gut verträglich sind.
Einkauf und Lagerung
Kichererbsen sollten eine gleichmäßige Größe und Färbung haben und nicht
zerbrochen oder gesprungen sein. Wenn man Kichererbsen lose kauft, sollte man
auch auf eventuelle Insektenschäden achten; erkennbar sind die an nadelfeinen
Einstichen. Die Hülsenfrüchte in einem fest verschlossenen Behälter aufbewahren,
so sind sie etwa 6 Monate haltbar. Neue Ware nie mit alter mischen, da sie
ungleichmäßig lange Kochzeiten haben. Gekochte Kichererbsen halten sich noch gut
drei Tage zugedeckt im Kühlschrank, man kann sie auch sehr gut einfrieren.
Zubereitung
Wenn ich getrocknete Kichererbsen verwende, ist Ausdauer gefragt, denn ich muss
sie mindestens 12 Stunden einweichen, das heißt, ich muss vorplanen. Deshalb
gleich mehr einweichen und kochen und dann einfrieren, das spart viel Zeit. Auf
jeden Fall sollten die Kichererbsen vor dem Kochen verlesen werden. Dazu
schüttet man sie auf ein Küchentuch und breitet sie darauf aus, so dass man
kleine Steine und Verschmutzungen herauslesen kann. Alle Kichererbsen, die im
Einweichwasser an der Oberfläche schwimmen, wegwerfen. Zum Einweichen sollte man
die Kichererbsen gut mit Wasser bedeckt haben. Zum Kochen frisches Wasser
verwenden und eine kräftige Prise Salz und eine halbe geschälte Knoblauchzehe
dazugeben. Die Garzeit für eingeweichte Kichererbsen beträgt mindestens 30 bis
45 Minuten; im Dampfkochtopf nur ca. 5 Minuten.
Verwendung in der internationalen Küche
Die reifen Kichererbsen zu Brei verkocht, mit Olivenöl und Zitronensaft
verrührt, sind in Italien und Spanien eine Fastenspeise.
In Griechenland knabbert man sie geröstet,
wie Nüsse, zum Ouzo. Kein orientalisches Mezze (Vorspeisentafel) ohne Hommos
(Kichererbsenpaste) oder Falafel (frittierte Kichererbsengewürzbällchen), beides
auf der Basis von Kichererbsen hergestellt. Auch in Eintöpfen und Suppen sind
die Kichererbsen ein schmackhafter Bestandteil.
Rezept Falafel (Kichererbsenkugeln)
Rezept für 12 Kugeln
Einkaufsliste:
150 g Kichererbsen1/2 Bund Petersilie1/2 Bund Korianderkraut
1 TL Kumin oder Kreuzkümmel1 rote Zwiebel2
Knoblauchzehen
1 TL Backpulver1TL Paprikapulver
1/2 TL Pfeffer, 1TL Salz
Öl zum Frittieren
Zubereitung:
Am Vortag die Kichererbsen einweichen und weich kochen. Die Hülsenfrüchte
absieben und trocken tupfen. Portionsweise im Mixer zu einer Masse pürieren.
Kräuter, Zwiebel und Knoblauch fein schneiden. Backpulver und Gewürze dazugeben
und alles gut mischen. 12 Kugeln formen. Im heißen Öl portionsweise etwa 5
Minuten ausbacken.
Hinweis: Wir haben die Beiträge nach bestem Wissen
erstellt. Sollten Sie dennoch in unseren Beschreibungen Fehler finden, danken
wir für jeden Hinweis.
|