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Welche Samen eignen sich zum Keimen?
Grundsätzlich eignen sich alle Samen von Pflanzenarten, deren Blätter, Stengel
oder Früchte essbar sind. Nicht verwenden sollte man Samen von Tomaten und
Kartoffeln, denn die Keimlinge enthalten das giftige Solanin.
- Getreide: Weizen, Roggen, Hafer, Gerste,
Reis, Hirse, Mais
- Hülsenfrüchte: Mungobohnen
("Sojasprossen"), Linsen, Kichererbsen, Erbsen, Luzerne
- Sonstige: Rettich, Senf, Gartenkresse
Beim Kauf der Samen bitte darauf achten, dass
die Samen zum Keimen geeignet sind.
Kontrolliert biologische Ware z.B. aus
Naturkostländen und Reformhäusern wird regelmäßig auf Verunreinigungen
untersucht und ist weder bestrahlt noch chemisch behandelt. Samen aus
Samenfachgeschäften sind nur zur Freilandzucht bestimmt und dürfen nicht für die
Sprossenzucht verwendet werden. Beim Getreide sollte es sich um gereinigte und
verlesene Sorten handeln.
Geschmack der Keimlinge
Getreide: Weizen und Hafer schmecken recht mild und süß, während der Roggen eher
würzig ist.
Bei den Hülsenfrüchten sind z.B. die
Sojabohnen eher knackig frisch und die Linsen süßlich und nussig im Geschmack.
Kresse, Senf und Rettich sind scharf und würzig während Leinsamen eher nussartig
schmecken.
Gesundheit
Während des Keimvorgangs finden im Samen verschiedene Um- und Aufbauprozesse
statt, so dass der Nährwert der Keimlinge gegenüber den Samen beachtlich
ansteigt. Besonders hervorzuheben ist die Zunahme des Vitamin- und
Mineralstoffgehaltes. So weisen die Keimlinge aus Weizen, Sojabohnen und Linsen
einen höheren Gehalt an Vitamin C, E und B-Vitaminen auf als z. B. Tomaten,
Möhren und Kopfsalat. Sojabohnenkeimlinge enthalten 27 mal mehr Vitamin C als
die ungekeimte Bohne. Auch der Gehalt an Kalzium, Magnesium und Kalium ist
enorm.
Anzucht von Keimlingen
Wer es ausprobieren will, kann als Gefäß ein Einmach- oder Marmeladenglas
verwenden und zum Verschließen Kunststoffgaze und einen Gummiring. Bequemer sind
spezielle Keimgeräte, pro Sorte Keimlinge ein Glas mit Siebdeckel. Sehr bequem
funktioniert es mit Keimgeräten aus Kunststoff oder Ton, wo mehrere Schalen
aufeinander gestapelt werden können. In den verschiedenen Ebenen lassen sich
gleichzeitig mehrere Keimlingsarten ziehen und das Wasser kann durch die
Öffnungen in den Schalen sehr gut in die untere Abtropfschale fließen. Tongefäße
machen die Keimlinge aromatischer und knackiger, sind dafür aber schwerer zu
reinigen.
Vom Samen zum verzehrfertigen Keimling
Als Standort für die Keimlinge eignet sich eine helle Fensterbank. Manche Samen
mögen am ersten Tag zum Ankeimen auch Dunkelheit (z.B. Kresse, Rettich). Die
Raumtemperatur sollte bei 20-25 Grad liegen. Wichtige Voraussetzungen für den
Keimvorgang sind neben Wärme und Licht natürlich Wasser und Sauerstoff.
Hygienische Bedingungen
Durch die Feuchtigkeit und Wärme wird natürlich nicht nur das Wachstum des
Keimlings begünstigt, sondern auch das von Bakterien und Schimmelpilzen. Daher
bitte an die ausreichende Belüftung nach dem gründlichen Abspülen denken.
Um das Risiko eines Befalls mit
krankmachenden Mikroorganismen zu minimieren, sollten die essbaren Keimlinge am
besten frisch geerntet verzehrt werden und sollten maximal 3 Tage in einem
geschlossenen Gefäß im Kühlschrank aufbewahrt bleiben.
Weiterhin sollte man die Keimlinge vor dem
Verzehr - am besten in einem Sieb - gründlich unter fließendem Wasser waschen
oder mit kochendem Wasser übergießen. Wer ganz sicher gehen will, kann die
Keimlinge eine halbe Minute in kochendem Wasser blanchieren. Blanchiert werden
müssen auf jeden Fall Keimlinge von Hülsenfrüchten (Sojabohnen, Kichererbsen,
Erbsen), da sie gesundheitsschädigende Inhaltsstoffe enthalten, die nur durch
das Kochen zerstört werden. Mungobohnen und Linsen sind roh verzehrbar.
Sauberkeit ist ein weiteres Gebot. Die
Keimgefäße nach dem Ernten der Keimlinge mit heißem Wasser auswaschen und mit
Essig ausschwenken; viele Geräte können auch in die Geschirrspülmaschine
gestellt werden. Verstopfte Tonschalen oder Ablauflöcher sollten mit einem
Zahnstocher frei gekratzt werden.
Zubereitung
Keimlinge lassen sich äußerst vielseitig verwenden.
Getreidekeimlinge passen sehr gut zu Müslis,
Obstsalaten oder Quarkdesserts.
Keimlinge aus Hülsenfrüchten eignen sich u.a.
hervorragend für warme Gerichte.
Keimlinge aus Rettich und Senf als scharfes
Gewürz für den Salat und Kresse als würziger Belag zum Brot.
Mehr über die Kresse
erfahren Sie hier...
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