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Herkunft:
Bereits in der Antike von Ägyptern, Griechen und Römern und im asiatischen Raum
schätzte man den Fenchel aufgrund seines anisartigen Geschmacks und seiner
vielseitigen Heilkräfte. Die Samen des Krauts wurden ausgepresst oder in Wein
gekocht. Der römische Naturforscher und Geschichtsschreiber Plinius empfiehlt
sie als Würze für Brot.
Die Benediktiner brachten den Fenchel nach Mitteleuropa und er war deshalb oft
in Klostergärten anzutreffen. Dem Fenchel wurde sogar Zauberkraft gegen allerlei
Hexerei zugesprochen.
Gemüsefenchel oder auch Zwiebel- oder Knollenfenchel ist eng mit dem
gleichnamigen Kräutergewürz verwandt, beide gehören zur Familie der
Doldengewächse.
Der wilde Fenchel,der aus Vorderasien und dem Mittelmeergebiet stammt und
bevorzugt in trockenen, steinigen Gegenden wächst, wurde von den Italienern zum
Knollenfenchel kultiviert. Der wilde Fenchel wird mit seinen länglichen Knollen,
Wurzeln und mit viel Grün in seiner süditalienischen Heimat Palermo immer gern
gekauft.
Frischer Fenchel hat feste Knollen, saftige Fiederblättchen. Je nach Sorte hat
der Fenchel unterschiedliche Formen, ist langgestreckt oder rundlich, kugelig,
im Geschmack aber gleich. Angeboten werden die Knollen meist mit einem Gewicht
von 250 bis 300 Gramm. Der Fenchel ist inzwischen das ganze Jahr über zu kaufen,
denn er ist im Mittelmeerraum mehr zu einer Winterpflanze geworden, damit die im
Sommer durch die langen Tage hervorgerufenen Ausschosse vermieden werden.
Importe kommen vorwiegend aus Italien. Ab Mai wird er dann bei uns angebaut.
Lange heiße Sommertage bekommen dem Fenchel nicht, denn sie lösen die Blüte aus
und nehmen der Knolle das Aroma. Inzwischen gibt es ihn auch aus biologischem
Anbau.
Wie gesund ist Fenchel ?
Der Reichtum an Ballaststoffen in Kombination mit den ätherischen Ölen Athenol
und Fenchem machen die Fenchelknolle zum idealen Heilgemüse für alle Menschen,
die unter Verdauungsstörungen wie Völlegefühl, Verstopfung, Blähungen leiden.
Außerdem binden die Faserstoffe Gift- und Fettstoffe im Darm und wirken somit
sowohl entgiftend als auch cholesterin- und blutfettsenkend. Wer zu Durchfällen
neigt, sollte Fenchel nur sporadisch (zweimal die Woche) auf den Speiseplan
setzen, sein Kaliumreichtum wirkt besonders entwässernd, beseitigt sozusagen das
„nasse" Fett im Bauch.
Fenchel zählt zu den kalziumreichen Gemüsesorten, eine Portion (200 g) deckt
doch schon ein Viertel unseres Tagesbedarfes. Auch ganz beachtlich der hohe
Vitamin C Gehalt der Knolle. Auch von den weiteren Schutzvitaminen, dem
Beta-Karotin und Vitamin E enthält der Fenchel genügend, um ihn öfter auf den
Tisch zu bringen.
Beim Fenchelsamen sind es vor allem die ätherischen Öle, die den Verdauungstrakt
beruhigen und schmerzstillend wirken.
Bei den meisten Säuglingen hat in den ersten Lebensmonaten Fencheltee bei
Koliken geholfen. Jedoch ist fertige Fencheltee in Verruf geraten, weil er immer
noch zuviel Zucker enthält. Am einfachsten ist es, den Tee selber zu machen und
ihn entsprechend selbst zu süßen, falls notwendig.
Mancher Pfarrer hat während langer Predigten Fenchelsamen gekaut, um das
Magenknurren zu unterdrücken! Auch bei Husten und Schnupfen lässt Fencheldampf,
die Schleimhäute schneller abschwellen und erleichtert bei Erkältungen das
Atmen.
Einkauf und Lagerung
Beim Einkauf möglichst auf weiße Knollen achten, mit leuchtend frischem
Blattgrün und knackigen Stielen. Die Schnittstellen an den Stielen dürfen nicht
eingetrocknet sein. Druckstellen müssen unbedingt weggeschnitten werden.
Fenchel ist kein Lagergemüse, er hält sich höchstens zwei Tage im Kühlschrank.
Durch Lagerung wird die Knolle zäh, trocken und holzig.
Zubereitung
Zuerst die Knolle immer gut waschen, denn zwischen den Blättern setzt sich oft
Sand ab. Den Wurzelansatz abschneiden und angetrocknete Schuppenblätter
entfernen. Von der Schnittstelle ausgehend die feinen Fäden nach oben hin
abziehen. dann die Knolle je nach Verwendung oder Rezept halbieren oder vierteln
und den harten Kern keilförmig so herausschneiden, dass die Blätter sich nicht
ablösen.
Das Fenchelgrün können sie stets mitverwenden und die Außenschale verleiht
Suppen einen interessanten würzigen Geschmack. Diese Schale muss man aber vor
dem servieren wieder entfernen. Fenchel schmeckt lecker als Rohkost und wird
dafür sehr dünn aufgeschnitten.
Wer den Lakritzgeschmack etwas abmildern will, sollte Tomaten als Soße zum
Fenchel servieren, oder mit dem Fenchel als Gemüse mischen.
Fenchel harmonierte trotz seines dominierenden Geschmacks sehr gut mit saurem
Obst, wie Apfel oder Orange und mit Stangensellerie. Er schmeckt vorzüglich
bissfest gegart.
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